Mit zunehmendem Alter wird vieles langsamer: die Schritte, die Reaktionen, oft auch das Denken. Bekannt ist, dass geistiger Abbau im Alter das Risiko körperlicher Gebrechlichkeit erhöht. Doch wie früh beginnt dieser Zusammenhang?
Eine kürzlich im Fachjournal „Gerontology“ veröffentlichte Studie legt nahe, dass sich erste Zusammenhänge bereits im späten mittleren Lebensalter zeigen. Forscher haben untersucht, ob die geistige Leistungsfähigkeit in dieser Lebensphase damit zusammenhängt, wie gebrechlich Menschen im weiteren Verlauf ihres Lebens werden.
Grundlage der Analyse waren Daten aus der „Helsinki Birth Cohort Study“ mit 1279 Teilnehmer im Alter von 57 Jahren bis 70 Jahren. Die Wissenschaftler testeten anhand eines 41-Punkte-Index an bis zu drei unterschiedlichen Zeitpunkten unter anderem Reaktionszeit, Antwortgenauigkeit, Multitasking und Arbeitsgedächtnis – also die Fähigkeit, Informationen kurz zu speichern und gleichzeitig zu verarbeiten.
Die Ergebnisse: Diejenigen, die bei kognitiven Aufgaben langsamer oder ungenauer reagierten, zeigten bereits im späten mittleren Lebensalter stärkere Anzeichen körperlicher Schwächen. Umgekehrt war eine bessere kognitive Leistungsfähigkeit mit geringerer Gebrechlichkeit verbunden und ging teils mit einem langsameren Anstieg körperlicher Einschränkungen im weiteren Lebensverlauf einher.
Wie kognitiv fit man also schon vor seinem 60. Lebensjahr ist, hängt laut Studie damit zusammen, wie stark der körperliche Abbau in den folgenden Jahren ausfällt.
Doch nicht alle getesteten kognitiven Fähigkeiten sind hierfür gleich ausschlaggebend. „Wir haben festgestellt, dass nur die Genauigkeit der Antworten – nicht jedoch die Reaktionszeit – mit der Entwicklung von Gebrechlichkeit in Verbindung stand“, sagte Postdoktorandin Anna Tirkkonen vom Gerontologischen Forschungszentrum und der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Jyväskylä im Medical Press.
Zudem zeigten sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So war eine höhere Genauigkeit im Arbeitsgedächtnis nur bei Frauen mit geringerer Gebrechlichkeit verbunden. Ein entsprechender Zusammenhang zeigte sich bei Männern nicht.
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