Vor der süditalienischen Küste ist der Finanzpolizei bei einer routinemäßigen Kontrolle ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Auf dem Meeresboden fielen den Beamten Unregelmäßigkeiten auf; daraufhin entdeckten Spezialtaucher die Überreste eines antiken römischen Frachtschiffs mit mehreren Amphoren an Bord. Der Fund sei bereits vergangenen Sommer erfolgt, habe aber aus Sorge vor Plünderungen streng geheim gehalten werden müssen, hieß es in einer Mitteilung der Behörde.
Das Schiff wird etwa auf das 4. Jahrhundert datiert, wie die Zeitung „La Repubblica“ unter Berufung auf Experten berichtete. Es sei wahrscheinlich von Nordafrika aus gestartet und habe in den Amphoren sogenanntes Garum transportiert. Dabei handelt es sich um ein Standardgewürz aus der antiken römischen Küche – eine Würzsoße auf Basis von fermentiertem Fisch – einen Vorläufer der Sardellensauce.
Die Einsatzkräfte waren im Juni vergangenen Jahres für Seepatrouillen vor der Küste der Stadt Gallipoli im Süden der Region Apulien unterwegs und hatten zufällig Unregelmäßigkeiten auf dem Meeresboden festgestellt. Sie entschieden sich zu Tauchgängen und stießen dann dabei auf die Überreste des Frachtschiffs. Seit dem Fund steht das Gebiet unter ständiger Überwachung.
In den kommenden Monaten sollen Archäologen das Wrack systematisch dokumentieren und untersuchen. Die Arbeiten sollen neue Erkenntnisse über Handelsrouten, Schiffsbau und Warenverkehr der späten römischen Kaiserzeit liefern.
Ziel der Maßnahmen ist es auch, die Amphoren zu bergen und ihren historischen Wert zu sichern. Gleichzeitig sollen die Arbeiten dazu beitragen, das Wrack langfristig zu schützen und für die Forschung zu bewahren. Italienische Medien berichten, der Oberste Rat für Kultur- und Landschaftserbe habe für die Erkundung und Dokumentation des Gebiets rund 780.000 Euro bereitgestellt.
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