Die Fälle von exzessivem Alkoholkonsum bei Heranwachsenden sind das fünfte Mal infolge auf ein Rekordtief gesunken. Wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) am Donnerstag auf Grundlage eigener Daten mitteilte, wurden 2024 bundesweit hochgerechnet rund 6550 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelt.

Dies entspricht 120 Fällen je 100.000 Einwohner in dieser Altersgruppe. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von gut 14 Prozent (140 Betroffene je 100.000 Jugendliche) und im Fünfjahresvergleich sogar ein Minus von 62,5 Prozent (320 Betroffene pro 100.000).

Damit seien die Fälle von exzessivem, stationär behandeltem Alkoholkonsum bei Heranwachsenden auf den niedrigsten Stand seit Beginn der KKH-Erhebung im Jahr 2006 gesunken, hieß es. Den Höchstwert registrierte die KKH im Jahr 2012 mit insgesamt hochgerechnet rund 20.530 Fällen, also 370 Betroffenen je 100.000 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.

Aus Scham wird oft kein Krankenwagen gerufen

„Wenn weniger Heranwachsende wegen einer Alkoholvergiftung in der Notaufnahme landen, ist das zunächst einmal ein gutes Zeichen“, sagte KKH-Psychologin Franziska Klemm. „Das heißt aber nicht, dass Jugendliche insgesamt deutlich weniger Alkohol trinken, sondern erst einmal nur, dass ein Rausch nicht zwingend mit einer Blaulichtfahrt ins Krankenhaus enden muss.“

Zudem seien die Scham und die Sorge vor den Konsequenzen oft zu groß, um in solchen Situationen einen Krankenwagen zu rufen. „Deshalb dürfen wir in der Alkoholprävention nicht nachlassen“, betonte Klemm.

Einen starken Einfluss auf das Konsumverhalten Heranwachsender haben den KKH-Angaben zufolge mittlerweile soziale Medien. Auf TikTok und Instagram fänden Jugendliche nicht nur Angebote zu Beauty, Gaming und Sport, sondern auch Bilder und Videos von sogenannten Drugfluencer, in denen der Konsum von Alkohol und weiteren gefährlichen Trends wie etwa Nikotinbeuteln im Vordergrund stünden. Der Konsum solcher Drogen werde in Social-Media-Posts häufig bagatellisiert, als sozial förderlich und erstrebenswert dargestellt.

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