Der Dschungel Indonesiens behielt sein Geheimnis viele Jahre für sich. Tief im dichten Regenwald Sumatras ist indonesischen und britischen Forschern jetzt eine spektakuläre Entdeckung gelungen: Nach mehr als einem Jahrzehnt ohne bestätigte Sichtung fanden sie eine blühende Rafflesia hasseltii – eine der seltensten Pflanzen der Welt. Der Fund ereignete sich im Rahmen einer Expedition unter Leitung des indonesischen Naturschützers Septian Andriki und Chris Thorogood, Botaniker von der University of Oxford.
„Als ich sie blühen sah, brach ich einfach zusammen“, wird Andriki vom australischen Portal „ABC“ zitiert. „Der Ranger dachte, ich sei besessen.“ Die Forscher hatten fast 23 Stunden durch den dichten Urwald zurückgelegt, stets in Gefahr, von wilden Tieren angegriffen zu werden. Geführt wurden sie von einem lokalen Ranger namens Iswandi.
„Nach 13 Jahren, einem Tag Fußmarsch, dem Risiko, von Tigern angegriffen zu werden und leeren Akkus – ich konnte nicht sprechen. Ich habe nur geweint“, schilderte der indonesische Naturschützer sein Glück. Thorogood filmte den emotionalen Moment.
Die entdeckte rote Blüte mit weißen Punkten der Rafflesia hasseltii misst fast einen Meter im Durchmesser, wiegt über sechs Kilogramm und gilt als eine der seltensten Vertreterinnen der Rafflesien, auch „Leichenblumen“ genannt. Die Pflanzen sind für ihren intensiven Aasgeruch bekannt und gelten als die übelriechendsten Blumen der Welt. Eine Rafflesia hasseltii war seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in freier Wildbahn gesehen worden, so die Forscher.
„Kaum jemand hat sie je gesehen – und für mich ist sie die schönste“, betonte Botaniker Thorogood auf seinen Social-Media-Kanälen. Die Forscher hatten einen Hinweis von einem Ranger in West-Sumatra erhalten, der Anfang des Jahres ein Foto der Knospe geschickt hatte. „Die Knospen brauchen bis zu neun Monate, um sich zu öffnen – und die Blüte hält nur wenige Tage“, erklärte Thorogood. „Die Chance, sie im richtigen Moment zu sehen, ist unglaublich gering.“
Als das Team nach einer beschwerlichen Wanderung die Pflanze erreichte, war sie noch geschlossen. Doch kurz vor Einbruch der Nacht habe sie schließlich begonnen zu blühen. „Wir saßen da und sahen, wie sich die Blume vor unseren Augen öffnete“, so Thorogood. „Es war ein absolut magischer Moment – ein Erlebnis, das ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde.“
Die Universität Oxford teilte das Video des außergewöhnlichen Fundes und betonte die enge Zusammenarbeit mit indonesischen Forschern. „Diese Partnerschaften bestehen seit 2022, ihr Ziel ist es, lokale Naturschutzhelden zu unterstützen“, schrieb die Universität. „Wir sind sehr dankbar für die Arbeit von Septian Andriki und ihrem lokalen Führer Iswandi.“
Die Forscher hoffen, dass der Fund das Bewusstsein für den Schutz der bedrohten Regenwälder Sumatras stärkt – und für die fragilen Lebensräume, in denen solch seltene Pflanzen überleben können.
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